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Eine junge Reiterin führt ein Pony neben ihrer Trainerin auf einem Reitplatz.
5. November 2026
7 min Lesezeit

Ponyspringen 2027: Was sollten Schweizer Familien vor dem Kauf prüfen?

Von der SportHorses.ch-Redaktion

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Vor dem Ponykauf zählen nicht nur Rittigkeit und Erfahrung. So prüfen Schweizer Familien die angekündigten Alterslimiten, Messunterlagen und den gemeinsamen Ausbildungsweg.

Wer für das Ponyspringen ein Pony sucht, sollte vor dem Probereiten drei Dinge klären: die vorgesehene Prüfungskategorie, das Alter des Kindes und die dokumentierte Ponygrösse. Swiss Equestrian hat die Anwendung neuer Alters- und Grössenbeschränkungen auf den 1. Januar 2027 verschoben. Für die Kaufplanung heisst das: nicht allein vom bisherigen Turniereinsatz ausgehen, sondern die geplante Kombination gezielt bestätigen lassen. Grundlage ist die Mitteilung von Swiss Equestrian vom 4. Februar 2026.

Ein erfahrenes Pony kann sich beim ersten Besuch genau richtig anfühlen: Es wartet vor dem Sprung, bleibt nach der Landung ansprechbar und vermittelt dem Kind Sicherheit. Diese Beobachtungen sind wertvoll. Sie beantworten aber eine andere Frage als die Startberechtigung. Für eine tragfähige Entscheidung brauchen Familien beides: einen passenden Ausbildungspartner und einen überprüften sportlichen Rahmen.

Was ist für das Ponyspringen ab 2027 angekündigt?

Swiss Equestrian nennt den 1. Januar 2027 als neuen Beginn für die Alters- und Grössenbeschränkungen gemäss Artikel 5.2 Absatz 3 des Springreglements sowie Artikel 7 der Pony-Richtlinie. Die Mitteilung vom 4. Februar 2026 beschreibt für die Saison 2026 eine Übergangslösung und hält ausdrücklich fest, dass alle übrigen Reglementsanpassungen unverändert gültig bleiben. Sie ist deshalb kein allgemeiner Aufschub sämtlicher Ponyregeln. Quelle: Swiss Equestrian.

Für die Pony-Richtlinie gibt die Mitteilung folgende Altersbereiche an. Entscheidend ist jeweils das Ende des Jahres, in dem das genannte Höchstalter erreicht wird; es geht also nicht bloss um den Geburtstag. Die Tabelle fasst ausschliesslich diese Altersangaben zusammen, nicht sämtliche Teilnahmebedingungen. Quelle: Swiss Equestrian, Richtlinie Pony, Artikel 7 im veröffentlichten Auszug.

Ponykategorie Altersbereich laut veröffentlichtem Auszug
A Von sechs Jahren bis zum Ende des Jahres, in dem das Kind elf Jahre alt wird
B Von sechs Jahren bis zum Ende des Jahres, in dem das Kind zwölf Jahre alt wird
C Von acht Jahren bis zum Ende des Jahres, in dem das Kind vierzehn Jahre alt wird
D Von acht Jahren bis zum Ende des Jahres, in dem das Kind sechzehn Jahre alt wird

Quelle der Tabellenangaben: Swiss Equestrian, Mitteilung vom 4. Februar 2026.

Die Mitteilung unterscheidet ausserdem Ponyprüfungen von Starts mit Ponys und kleinen Pferden ausserhalb der P-Prüfungen. Dort nennt sie zusätzliche Bedingungen, darunter Grenzen für die Reitergrösse. Ein Wechsel der Prüfungsart ist deshalb keine pauschale Ausweichlösung. Lassen Sie die konkret geplante Kombination vor einer verbindlichen Kaufentscheidung anhand der dann gültigen Unterlagen bei Swiss Equestrian prüfen. Quelle: veröffentlichter Reglementsauszug.

Welche Messunterlagen sollten Käufer sehen?

Bitten Sie um die nationale Messbescheinigung und den dazugehörigen Grösseneintrag im Pass, statt sich auf eine Grössenangabe im Inserat zu verlassen. Die undatierte Informationsseite von Swiss Equestrian nennt für nationale Wettbewerbe ein offizielles Ponymessungs-Zertifikat, den Eintrag der Grösse im Equidenpass und das Vorweisen des Zertifikats am Turnier. Bestätigen Sie den für Ihren Fall massgebenden Ablauf beim Verband. Quelle: Swiss Equestrian, Ponymessungen.

Auf derselben Seite werden die Kategorien nach Stockmass aufgeführt: A bis 120 cm, B bis 130 cm, C bis 140 cm und D bis 148 cm. Diese Grössenangaben sind nicht mit den Altersgrenzen für das Kind zu verwechseln. Notieren Sie beide getrennt: Was ist über das Pony dokumentiert, und welcher Altersbereich gilt für den geplanten Start? Quelle: Swiss Equestrian, undatierte Übersicht zu Ponymessungen.

Besondere Aufmerksamkeit verdient ein international eingesetztes Pony. Die undatierte Verbandsseite sagt ausdrücklich, dass ein FEI-Zertifikat allein für nationale Ponyprüfungen in der Schweiz keine Gültigkeit hat, weil die FEI die Grösse nicht im Pass vermerkt. Sie erlaubt jedoch, die Schweizer Messbescheinigung durch einen FEI-Tierarzt im Rahmen einer FEI Measuring Session ausfüllen zu lassen. Klären Sie diesen Punkt vorab mit Swiss Equestrian; setzen Sie internationale Erfahrung nicht mit vollständigen Schweizer Unterlagen gleich. Quelle: Swiss Equestrian.

Wie wird aus diesen Angaben eine brauchbare Kaufplanung?

Eine brauchbare Kaufplanung beginnt mit dem Kind und dem gewünschten Ausbildungsweg, nicht mit einer möglichst grosszügigen Auslegung der Startmöglichkeiten. Schreiben Sie vor der Besichtigung auf, was das Paar lernen soll: ruhig einen Parcours beenden, Wendungen selbstständig reiten oder nach einem Fehler wieder in einen verlässlichen Rhythmus finden.

Wir empfehlen dafür eine kurze Vorbereitungsliste:

  • Geburtsjahr des Kindes und gewünschte Ponykategorie festhalten.
  • Messbescheinigung und Passeintrag vor dem Besuch anfordern.
  • Gewünschte Prüfungsart genau benennen, statt nur von «Turnieren» zu sprechen.
  • Offene Reglementsfragen mit Swiss Equestrian klären.
  • Beim Probereiten eine vertraute Trainerin oder einen vertrauten Trainer beiziehen.
  • Die weitere Nutzung besprechen, falls sich sportliche Ziele oder körperliche Voraussetzungen verändern.

Den persönlichen Ausbildungsweg können Sie ergänzend mit unserem Beitrag zu Brevet und Lizenz im Schweizer Pferdesport vorbereiten. Machen Sie daraus zwei getrennte Gespräche: eines über formale Voraussetzungen, eines über das Können und die Sicherheit des Kindes.

Ein denkbares Beispiel: Eine Familie findet ein routiniertes Pony der Kategorie B. Die sinnvolle Frage lautet nicht nur, ob das Kind beim nächsten geplanten Start teilnehmen dürfte. Ebenso wichtig ist, ob genügend Raum für eine ruhige Eingewöhnung bleibt. Ein Kauf, dessen sportlicher Nutzen nur unter hohem Zeitdruck entsteht, sollte besonders sorgfältig abgewogen werden. Das ist eine Empfehlung für die Planung, keine zusätzliche Verbandsregel.

Was zeigt das Probereiten, was die Bescheinigung nicht zeigt?

Das Probereiten zeigt die Zusammenarbeit; die Bescheinigung dokumentiert keine charakterliche Passung. Beobachten Sie deshalb nicht nur gelungene Sprünge. Interessanter kann sein, wie das Pony auf ein ungenaues Signal reagiert und ob das Kind nach einer Korrektur wieder entspannt weiterreiten kann.

Startberechtigung lässt sich prüfen. Vertrauen muss das Paar gemeinsam entwickeln.

Bitten Sie zunächst um eine Vorstellung durch die vertraute Reitperson. Danach sollte das Kind unter fachlicher Begleitung Aufgaben reiten, die seinem tatsächlichen Können entsprechen. Ein kontrollierbarer Übergang oder eine ruhig gerittene Linie kann für die Kaufentscheidung aussagekräftiger sein als ein einzelner höherer Sprung.

Trennen Sie dabei nachprüfbare Angaben von Einschätzungen. «Messunterlagen liegen vor» lässt sich anhand der Dokumente kontrollieren. «Ein ideales Lehrpony» bleibt zunächst eine Aussage des Verkäufers. Fragen Sie nach konkreten Situationen: Wie reagiert es auf einen verlorenen Bügel? Wie verhält es sich nach einer längeren Pause? Was benötigt es von seiner Reitperson?

Halten Sie wesentliche Aussagen zur Ausbildung und zur vereinbarten Nutzung sauber fest. Unser Beitrag zum Kaufvertrag fürs Pferd in der Schweiz hilft, diese Gespräche vorzubereiten. Eine tierärztliche Kaufuntersuchung und die fachliche Beurteilung des Paares sollten eigenständige Teile Ihrer Entscheidung bleiben.

Welche Fragen bleiben vor dem Ponykauf häufig offen?

Gelten die angekündigten Alterslimiten schon für die Saison 2026?

Laut Mitteilung vom 4. Februar 2026 werden die dort genannten Alters- und Grössenbeschränkungen erst am 1. Januar 2027 angewendet. Alle übrigen Anpassungen bleiben laut Swiss Equestrian unverändert gültig. Quelle: Verbandsmitteilung.

Reicht eine FEI-Messbescheinigung für Schweizer Ponyprüfungen?

Die undatierte Informationsseite von Swiss Equestrian verneint dies ausdrücklich. Lassen Sie die für nationale Starts benötigten Unterlagen vor dem Kauf vom Verband bestätigen. Quelle: Ponymessungen.

Sollte man vorsorglich das grösstmögliche Pony kaufen?

Nicht allein wegen einer erhofften längeren Nutzungsdauer. Wägen Sie die körperliche Passung, die Verständlichkeit der Hilfen und die Ausbildung des Kindes gemeinsam mit einer Fachperson ab; eine Kategorie ersetzt diese Beurteilung nicht.

Was gehört in die erste Anfrage an den Verkäufer?

Fragen Sie nach den Messunterlagen, der bisherigen Nutzung und den Voraussetzungen, unter denen das Pony zuverlässig arbeitet. Beschreiben Sie auch das Kind ehrlich: Eine präzise Anfrage erleichtert eine sinnvolle Besichtigung mehr als eine lange Wunschliste.

Für die weitere Suche lohnt sich ein klares Profil aus dokumentierter Kategorie, überprüfter Startperspektive und beobachteter Zusammenarbeit. Weitere Orientierung für den Pferdekauf hilft Ihnen, Besichtigungen gezielt vorzubereiten – ohne das passende Pony auf seine Papiere zu reduzieren.