Freiberger-Feldtest verstehen: Worauf Käufer und Züchter achten
Von der SportHorses.ch-Redaktion
Wer einen dreijährigen Freiberger beurteilen, kaufen oder für die Zucht einsetzen will, sollte einen Feldtest nicht auf eine einzelne Note reduzieren. Der Test verbindet Exterieur, Fahren, Reiten und Charakterbeurteilung in einem festgelegten Ablauf. Entscheidend ist deshalb, was tatsächlich geprüft wurde, welche Unterlagen vorliegen und ob das Pferd zur eigenen Nutzung passt. Der Schweizerische Freibergerverband beschreibt den Feldtest als Prüfung für dreijährige Freiberger.
Was wird am Freiberger-Feldtest geprüft?
Der Feldtest beginnt zwingend mit der Exterieurbeurteilung, gefolgt vom Fahren und abschliessend vom Reiten. Laut dem Schweizerischen Freibergerverband gehören zudem lineare Beschreibung und Charakterbeurteilung zum Prüfungsinhalt; alle Teilprüfungen müssen am gleichen Feldtest abgelegt werden. Für Interessierte ist diese Reihenfolge wichtig: Sie zeigt, dass das Resultat mehrere Bereiche zusammenführt und nicht bloss eine Präsentation an der Hand abbildet.
Bei der Exterieurbeurteilung wird jeder Freiberger gemessen. Bewertet werden «Typ», «Körperbau» und «Gänge»; die lineare Beschreibung erfolgt gemäss offiziellem Formular des Verbands. Im Fahrteil ist das Fahr-Dressurprogramm FEI 1 vorgesehen. Beim Reiten werden die drei Gangarten in Gruppen von zwei bis höchstens vier Pferden vorgeführt. Der Verband vergibt für jedes bewertete Element Noten von 1 für «nicht ausgeführt» bis 9 für «vorzüglich». Diese Skala erklärt eine Zahl, ersetzt aber nicht den Blick auf die einzelnen Teilbereiche. Die Verbandsseite zum Feldtest ist deshalb die erste Adresse für den Prüfungsablauf.
Wie lässt sich ein Resultat beim Kauf sinnvoll lesen?
Als Käuferin oder Käufer lohnt es sich, zuerst nach dem vollständigen Feldtestresultat zu fragen und es neben den Pass, die Abstammung und den eigenen Verwendungszweck zu legen. Der Schweizerische Freibergerverband teilt die Pferde aufgrund von Abstammung, Exterieur, Leistung und Verhalten Kategorien und Klassen zu. Daraus folgt für die Praxis: Nicht nur eine hervorgehobene Zahl anschauen, sondern klären, wie die Teilprüfungen dokumentiert sind und welches Bild sie zusammen ergeben. Die Grundlagen dazu liefert der Schweizerische Freibergerverband.
Eine sachliche Prüfung der Unterlagen kann so aussehen:
- vollständiges Feldtestresultat und die ausgewiesenen Teilbereiche verlangen;
- die Identität des Pferdes mit Pass und übrigen Verkaufsunterlagen abgleichen;
- fragen, wann und unter welchen Umständen das Pferd gearbeitet wurde;
- die eigene Nutzung klar benennen: Fahren, Reiten, Zucht oder ein gemischter Einsatz;
- das Pferd selbst besichtigen und, wenn es zum Vorhaben passt, in der vorgesehenen Arbeit kennenlernen.
Diese Schritte sind keine Ersatzprüfung. Sie helfen aber, einen Verbandsnachweis korrekt einzuordnen: Der Feldtest umfasst definierte Prüfungsinhalte, während die Kaufentscheidung immer auch zum Menschen, zur Haltung und zum geplanten Einsatz passen muss. Dass der Test Exterieur, Fahren, Reiten und Charakterbeurteilung verbindet, hält der Schweizerische Freibergerverband ausdrücklich fest.
Weshalb gehört der Feldtest in den Schweizer Zuchtkalender?
Der Feldtest steht nicht isoliert. Der Schweizerische Freibergerverband und die Pferdezuchtgenossenschaften organisieren über das Jahr verschiedene Zuchtprüfungen gemeinsam. Nach Darstellung des Verbands finden Feldtests gewöhnlich im Frühjahr statt und sind dreijährigen Pferden vorbehalten. Die Zuchtsaison endet in der Regel mit Fohlenschauen, die auch Herbstschauen genannt werden und in der ganzen Schweiz stattfinden. Diese Einordnung erklärt, weshalb Käufer und Züchter neben einem einzelnen Resultat auch den Zeitpunkt und die Zuchtstufe eines Pferdes beachten sollten. Die Übersicht «Prüfungen und Schauen» ordnet diese Anlässe ein.
Für Züchter ist der Feldtest damit ein dokumentierter Baustein innerhalb eines grösseren Selektionsablaufs. Für Käufer ist er eine nachvollziehbare Information über ein dreijähriges Pferd, aber kein Versprechen für jede spätere Aufgabe. Wer einen Freiberger für den Freizeitbereich, für den Fahrsport oder für eine züchterische Perspektive sucht, kann das Gespräch mit dem Verkäufer konkreter führen, wenn die Prüfungsbestandteile bekannt sind. Der Verband nennt für die Zuordnung ausdrücklich Abstammung, Exterieur, Leistung und Verhalten. Details zum Prüfungsinhalt finden sich beim Schweizerischen Freibergerverband.
Welche formalen Punkte sind vor der Teilnahme relevant?
Der Verband weist darauf hin, dass das Pferd gemäss dem Veterinärreglement von Swiss Equestrian geimpft sein muss. Auf derselben Seite beschreibt er die Grundimmunisierung mit V1, V2 zwischen 21 und 60 Tagen nach V1 sowie V3 spätestens 6 Monate plus 21 Tage nach V2; danach müssen Auffrischimpfungen mindestens einmal jährlich durchgeführt werden, wobei der Abstand zwischen zwei Impfungen maximal 365 Tage betragen darf. Für eine konkrete Anmeldung sollten Halterinnen und Halter die publizierten Vorgaben und den Impfstatus ihres Pferdes unmittelbar beim Schweizerischen Freibergerverband kontrollieren.
Die Anreise und die Vorführung verdienen ebenfalls eine eigene Planung. Der Feldtest beinhaltet eine Exterieurbeurteilung, einen Fahr- und einen Reitteil; der Verband verlangt die festgelegte Reihenfolge. Das Pferd muss also nicht bloss für einen kurzen Auftritt bereit sein. Sinnvoll ist, im Vorfeld die Anmeldeunterlagen, das vorgesehene Programm und die personelle Organisation für Fahren und Reiten zu prüfen. Die verfügbaren Formulare und das Feldtestreglement verlinkt der Schweizerische Freibergerverband auf seiner Feldtestseite.
Was bedeutet der Feldtest für den späteren Einsatz?
Ein Feldtest dokumentiert die Beurteilung eines dreijährigen Freibergerpferdes in den vom Verband beschriebenen Bereichen. Er kann damit eine nützliche Gesprächsgrundlage sein, wenn ein Pferd den Stall wechselt oder wenn eine Zuchtentscheidung vorbereitet wird. Die eigene Besichtigung, eine passende fachliche Beratung und vollständige Unterlagen bleiben davon getrennte Schritte. Wer nach dem Kauf einen Stallwechsel plant, findet in unserer Checkliste zum Pferdetransport in der Schweiz zusätzliche Punkte für die Vorbereitung.
Kurz-FAQ
Ist jeder Freiberger zum Feldtest zugelassen? Zugelassen sind dreijährige Pferde der Rasse Freiberger. Der Schweizerische Freibergerverband beschreibt diese Voraussetzung auf seiner Feldtestseite.
Kann ein Teil später nachgeholt werden? Der Verband schreibt, dass alle Teilprüfungen am gleichen Feldtest abgelegt werden müssen. Verbindliche Fragen zu Sonderfällen gehören direkt an den Schweizerischen Freibergerverband.
Wo finde ich die Zuchtanlässe im Jahresverlauf? Die Übersicht des Schweizerischen Freibergerverbands nennt nationale Hengstselektion, Stationstest, Feldtests und Fohlenschauen als unterschiedliche Anlässe.