ZVCH-Hengstkörung im Herbst: Was Züchter vor Avenches prüfen sollten
Von der SportHorses.ch-Redaktion
Wer einen Hengst für die Zucht plant oder eine Anpaarung vorbereitet, sollte die ZVCH-Hengstkörung nicht als blossen Termin im Kalender lesen: Sie verbindet klinische Untersuchung und Exterieurbeurteilung mit klaren Fristen und – bei dreijährigen Hengsten – dem obligatorischen Feldtest. Für Züchterinnen und Züchter ist sie deshalb vor allem ein Anlass, Unterlagen, Zuchtziel und die spätere Verwendung des Hengstes sauber auseinanderzuhalten. Der Zuchtverband CH-Sportpferde (ZVCH) führt den Herbsttermin 2026 in Avenches durch. Details zur Körung beim ZVCH
Wann findet die ZVCH-Hengstkörung statt?
Der Herbsttermin der ZVCH-Hengstkörung ist für den 26. und 27. Oktober 2026 in Avenches angekündigt. Beginn ist am 26. Oktober um 10:00 Uhr, das Ende am 27. Oktober um 16:00 Uhr. Als Nennschluss nennt der ZVCH Montag, den 19. Oktober 2026. Wer selber vorstellt, sollte die Anmeldung nicht bis zur letzten Woche aufschieben: Der Verband verlinkt auf der Veranstaltungsseite sowohl die Ausschreibung und das Anmeldeformular als auch eine Liste der einzureichenden Unterlagen und ein Röntgenmerkblatt mit Stand 2026. Termin, Frist und Dokumente sind beim ZVCH aufgeführt.
Für Interessierte an einem bestimmten Hengst ist der gleiche Termin ein guter Moment, um Fragen gezielt zu stellen: Welche Angaben liegen zum Hengst vor? Passt sein Typ zur eigenen Stute und zum eigenen Zuchtziel? Und welche Etappe seiner Laufbahn ist tatsächlich bereits erfüllt? Die Körung ersetzt diese Prüfung nicht. Sie liefert vielmehr einen nachvollziehbaren Rahmen, in dem klinische Untersuchung und Exterieurbeurteilung benannt werden. Ein Kauf- oder Deckentscheid bleibt eine eigene züchterische Abwägung.
Was wird in Avenches beurteilt – und was nicht?
Der ZVCH bezeichnet den Anlass ausdrücklich als «Klinische Untersuchung & Exterieur Beurteilung». Das ist die präzise Beschreibung, an die sich Interessierte halten sollten. Aus der Ankündigung allein lässt sich weder eine individuelle Aussage über die Qualität eines einzelnen Hengstes noch eine Zusage für seine spätere sportliche Leistung ableiten. Wer einen Hengst vergleichen will, trennt deshalb sichtbar dokumentierte Angaben von Erwartungen an die Nachzucht. Der ZVCH führt die Körung unter genau dieser Bezeichnung.
Gerade beim Gespräch am Stall oder auf dem Platz hilft eine einfache Ordnung:
- Körung: Klinische Untersuchung und Exterieurbeurteilung am angekündigten ZVCH-Termin.
- Feldtest: Für dreijährige Hengste obligatorisch; der ZVCH nennt dafür eigene Plätze und Fristen.
- Sportliche Leistung: Eine weitere, spätere Frage, die nicht mit der Körung gleichgesetzt werden sollte.
- Anpaarung: Die Entscheidung für eine konkrete Stute; sie verlangt ein eigenes Zuchtziel und das Prüfen der verfügbaren Angaben.
Diese Trennung ist keine Formalität. Sie verhindert, dass aus einer Teilnahme oder aus einer Beurteilung mehr herausgelesen wird, als der jeweilige Verfahrensschritt aussagt. Die Terminseite des ZVCH nennt für dreijährige Hengste den Feldtest als obligatorisch und verweist für den Herbst 2026 auf Aarau am 14. Oktober; die Anmeldung muss gemäss ZVCH sowohl an den Feldtest-Organisator als auch an den Verband gehen. Die Vorgabe und die genannten Feldtesttermine stehen in der ZVCH-Ausschreibung.
Welche Unterlagen gehören vor der Nennung auf den Tisch?
Der erste praktische Schritt ist nicht das Ausfüllen des Formulars, sondern das vollständige Lesen der vom ZVCH bereitgestellten Unterlagen. Auf der Seite zum Herbsttermin sind neben Ausschreibung und Anmeldung auch eine Unterlagenliste, ein Röntgenmerkblatt sowie das Körreglement in der Version 2023 verlinkt. Wer nur mit einer mündlichen Zusammenfassung arbeitet, übersieht leicht, was für den konkreten Fall verlangt wird. Der ZVCH stellt diese Dokumente bei der Veranstaltung bereit.
Sinnvoll ist eine eigene Mappe, in der die Angaben zum Hengst, die verlangten Belege und die Korrespondenz abgelegt werden. Dazu kommt ein Zeitplan: Was muss vor der Nennung geklärt werden, wer reicht die Anmeldung ein, und wer kontrolliert sie vor dem Versand? Das ist besonders wichtig, wenn Feldtest und Körung zusammen geplant werden, weil der ZVCH für die Feldtestanmeldung zwei Empfänger nennt. Die offiziellen Dokumente sind die massgebliche Grundlage; bei Unklarheiten sollte man sie direkt mit dem ZVCH klären statt sich auf ältere Abläufe zu verlassen.
Für Züchterinnen und Züchter, die nicht selber nennen, lohnt sich dieselbe Sorgfalt beim Vergleich. Fragen Sie, auf welchen Schritt sich eine Aussage bezieht: auf die geplante Vorstellung, auf eine erfolgte Körung, auf den Feldtest oder auf eine sportliche Leistung. Der ZVCH berichtet auf seiner Hengstseite etwa rückblickend, dass nach der klinischen Untersuchung und Exterieurbeurteilung im Herbst 2025 vier Hengste die Zuchtzulassung erhielten; für diese Hengste wird dort zudem die noch zu erbringende definitive Leistung im Sport im Alter von fünf Jahren erwähnt. Die Einordnung der im Herbst 2025 gekörten Hengste veröffentlicht der ZVCH hier.
Wie lässt sich die Körung für die Anpaarungsplanung nutzen?
Eine Körung ist ein Anlass, die eigene Stutenliste und das Zuchtziel nochmals zu schärfen. Schreiben Sie vor dem Besuch auf, welche Eigenschaften Ihrer Stute Sie erhalten möchten und wo Sie Ergänzung suchen. Notieren Sie dann nur Beobachtungen und Unterlagen, die Sie einem Hengst tatsächlich zuordnen können. So bleibt die spätere Entscheidung prüfbar – auch wenn nach einem gelungenen Auftritt viele Eindrücke zusammenkommen.
Wer den ZVCH-Hengstkatalog nutzen möchte, kann ihn laut Hengstseite 2026 gratis in Papierform bestellen. Die Seite verweist ausserdem auf Deckbewilligungen und weist ausdrücklich darauf hin, den WFFS-Status des Hengstes zu beachten; bei WFFS-Träger-Hengsten sei der WFFS-Test für Stuten vor der Anpaarung obligatorisch. Das ersetzt keine individuelle Beratung, zeigt aber, dass zur Anpaarung mehr gehört als das Ansehen eines Hengstes am Termin. Katalog, Deckbewilligungen und der Hinweis zum WFFS-Status stehen auf der ZVCH-Hengstseite.
FAQ zur ZVCH-Hengstkörung
Muss ein dreijähriger Hengst einen Feldtest machen? Ja. Der ZVCH schreibt für dreijährige Hengste den Feldtest obligatorisch vor. Die konkreten Orte, Daten und Nennschlüsse veröffentlicht der Verband bei der Körung. Zur ZVCH-Information
Bis wann läuft die Nennung für den Herbsttermin? Der ZVCH nennt Montag, den 19. Oktober 2026, als Nennschluss für Avenches. Zur Veranstaltung
Wo finde ich ältere Ergebnisse? Der ZVCH verweist für Resultate vergangener Veranstaltungen auf das jeweilige Archiv. Einen Überblick über die Zuchtangebote und Hengstinformationen finden Leserinnen und Leser auch auf unserer Blogübersicht. Zur ZVCH-Hengstseite
Wer sich nun vorbereitet, gewinnt vor allem Klarheit: Die Frist sichern, die Originalunterlagen lesen und jeden Verfahrensschritt korrekt einordnen. So wird der Besuch in Avenches zu einer belastbaren Grundlage für die weitere Zuchtplanung – nicht zu einem Entscheid aus dem Bauch heraus.